Fahrbetrieb, Verschönerungen und Optimierungen

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2018

Juli 2018

Mitte 2018 haben wir uns recht spontan entschieden, in unseren kleinen Oldtimerfuhrpark etwas Abwechselung zu bringen. Schnell hatte sich abgezeichnet, dass es diesmal ein englicher Wagen werden könnte. Nach einigen Anläufen, die aus verschiedenen Gründen gescheitert sind, ist es nun der Fairthorpe Electron Minor Mark II geworden. Nachfolgende Bilder zeigen das Fahrzeug vor dem Kauf und ohne Veränderungen durch uns.

Diese beiden Bilder zeigen die stimmigen Proportionen und das dynamische Design, dem man das Baujahr 1961 nicht ansieht. Insbesondere die Fronthaube hat sich in den einzelnen Modellstadien (von Mark I bis Mark VI) immer wieder geändert. Uns gefällt diese Haube am besten. Soweit wir bisher wissen, gehört sie zum Mark III und ist damit nicht original von diesem Fahrzeug der Ausführung Mark II, ganz sicher sind wir uns aber damit nicht.

Die Optik ist besonders durch die Minilite-Felgen und die 205er Reifen geprägt. Diese Teile sind natürlich erst im Laufe der Zeit dazu gekommen, machen aber den besonderen Charakter diese Fahrzeugs aus.

Zwischenzeitlich hat er wieder die Zierleiste in der Mitte der Fronthaube bekommen, die lose beilag. Sie passt sehr schön dazu und scheint original auch vom Herald zu stammen.

Das englische Kennzeichen befindet sich hinten nun unter dem deutschen und vorn ist es als Klebekennzeichen auf der Haube dazu gekommen.

Im Innenraum haben wir zwischenzeitlich Gummimatten im Riffelblechdesign zugeschnitten und den Fußraum komplett damit ausgelegt. Außerdem bekam das englische Moto-lita Lenkrad eine Nabenverlängerung vom Originalhersteller, um eine bessere Sitzposition zu erhalten. Als nächstes sollen die Sitzflächen neu gepolstert werden. Auch im Kofferraum ist schon einiges passiert. Über den Alutank bis zum Querrohr ist nun ein Kofferraumboden mit Gummimatte, Kantenschutz und Befestigungsösen an den Seiten. Auch alle anderen Flächen im Kofferraum, also hinter dem Tank und vor dem Querrohr sind nun mit Gummimatte ausgelegt. Ein Problem war der starke Benzingeruch im Kofferraum. Grund war ein locker sitzender Tankdeckel. Beim Erneuern der Dichtung hat sich der Einsatz im Einfüllrohr gelöst, er war nur eingesteckt. Nachdem ich den mit Schrauben befestigt habe, ist jetzt auch alles geruchsfrei. 

Der Auspuff hat noch ein hübsches Endstück bekommen. Als nächstes ist noch das Reserverad dran, dass entrostet und neu lackiert werden muss.

Beim Kauf haben wir den Wagen auf der Bühne besichtigen können. Außerdem war hier auch das Verdeck mit den Steckscheiben an den Seiten angebaut. Es ist nicht mehr sehr schön, funktioniert aber noch und hat auch die Fahrt auf dem Trailer ohne Probleme überstanden. Mit Verdeck ist die Kopffreiheit dann nicht mehr vorhanden aber es passt gerade noch so. Die Sicht ist allerdings durch die Folienfenster sehr stark eingeschränkt.

Ansonsten ist das nötigste in den Kofferraum hinein gekommen, Werkzeugkasten, Verbandszeug und Warndreieck, eine Kofferraumtasche, Öl und Wagenheber.

Vorher habe ich eine Platte als Kofferraumboden eingebaut, die nach hinten bis über den Tank reicht und mit Noppenfolie belegt ist. Die gleiche Noppenfolie kam auch im Innenraum für die Bodenpanele zum Einsatz. Bei den Arbeiten im Kofferraum ist mir aufgefallen, dass der Tankdeckel nur lose aufgelegt war. Grund war, dass das Gegenstück im Einlaufstutzen nicht befestigt war. Ich habe es nun nachträglich von außen mit Schrauben fixiert und konnte dann den Deckel mit einer neuen Dichtung vernünftig verschließen.

Die ersten Meilen haben gezeigt, dass der Motor nur sehr verhalten warm wird. Als erste Maßnahme habe ich wieder ein Thermostat eingebaut, welches irgendwann mal entfernt wurde. Allerdings habe ich das mit dem Schaltpunkt bei 74°C genommen, besser wäre wahrscheinlich ein mit 88°C gewesen.

Oktober 2018

Auch der Einbau des Thermostats hat an der oben beschriebenen Problematik nichts geändert. Als nächstes habe ich das Kühlsystem nun auf "geschlossen", mit einem Ausgleichsgefäß umgebaut. Dadurch sollte der Temperatursensor immer im Wasser liegen und vielleicht realistischere Werte anzeigen. Ein ausgiebiger Test kann erst im Frühjahr erfolgen, da das Auto seit Ende Oktober im Winterquartier ist und nicht mehr gefahren werden kann.

 

Bei der Kontrolle der hinteren Bremsen habe ich festgestellt, dass die Belege der auflaufenden Backen schon an der Verschleissgrenze waren. Neue Backen waren leicht zu beschaffen, passten aber nicht optimal. Auch funktionierte die Einstellung des Backenspiels zur Trommel nicht wie im Handbuch beschrieben. Diese Ford-Anglia Achse hat gleich zwei Versteller pro Seite, die im Zusammenspiel eingestellt werden sollten. Warum das nicht so funktioniert, blieb bis auf Weiteres unklar.

Rechts zu sehen ist einer der Verschönerungsmaßnahmen. Auf der Oberkante der Türen waren einige unschöne Bohrungen. Da ich gern während der Fahrt dort den Arm auflege, habe ich eine gepolsterte Leiste gebastelt und auf beiden Seiten angebracht. Als nächstes möchte ich Windabweiser auf beiden Seiten bauen. Dazu habe ich verchromte Scharniere an den Schrauben der A-Säulen angebracht und muss nun als nächstes eine Schablone bauen, mit der der Abweiser dann aus Plexiglas geschnitten werden kann.

Vor der Winterpause kam es noch zu einem Fotoshooting durch die British Classics, der Artikel erscheint wahrscheinlich in 2019.

Dezember 2018

Da das eigentliche Winterprojekt der Zusammenbau vom P70 ist, bin ich nicht oft am Fairthorpe gewesen. Nachdem ich seit den ersten Fahrten das Gefühl habe, dass die Temperaturanzeige nicht richtig funktioniert, habe ich auf ein geschlossenes Kühlsystem umgebaut. Leider gibt es unter der Haube kaum eine Stelle, um einen Ausgleichsbehälter hoch genug anzuordnen. Es ist deshalb nun eher gleiche Höhe zum Thermostatgehäuse und der Kühleroberkante geworden. Zumindest sollte nun der Temperatursensor permanent vom Kühlwasser umgeben zu sein. Erste Erfahrungen mit dem Umbau werde ich erst ab März, wenn das Auto aus der Winterpause kommt, sammeln können.

Links sind die selbst gebauten Seitenscheiben zu sehen. Ich bin noch nicht sicher, ob die Maßnahme sinnvoll war, da ich irgendwann noch die Steckscheiben optimieren möchte, um eine bessere Abdichtung zu erreichen. Dann sind die Seitenscheiben vielleicht wieder im Weg. Nach den Fahrten im Sommer und Herbst 2018 haben wir uns für neue Cobra-Sitze entschieden. Nach einigen Tests mit Mustersitzen sind es die Modelle im Bild geworden. Es kommen nun auch Kopfstützen dazu und auch die früher schon mal verbauten Gurte liegen schon bereit. 

Diese leichte Verbesserung der passiven Sicherheit war uns wichtiger als der Originalzustand, der bei unserem Fahrzeug an einigen Merkmalen nicht mehr erhalten ist. Die EM's waren in erster Linie für Sportveranstaltungen gebaut worden und erfuhren deshalb bei vielen Besitzern von Anfang an verschiedene Änderungen. Wir wollen in erster Linie das Fahrzeug geniesen und mit den alten Sitzen, trotzdem ich diese neu gepolstert hatte, wurde es schnell unbequem.

Der Einbau soll ohne Sitzschienen, direkt auf dem Boden (wie bei den alten Sitzen) erfolgen, um nicht beim Sitzen zu hoch zu kommen.

Ein Vorbesitzer hat die oberen Gurtbefestigungen direkt an der Karosserie befestigt und zur Verstärkung eine Aluplatte von unten benutzt. Die Löscher wurden dann später mit Aufklebern verdeckt. An dieser Stelle sind nun ab beiden Seiten kleine Union Jacks befestigt.

Die neuen Gurte sind 3-Punkt-Hosenträgergurte und sollen oberhalb der Sitzlehne durch die Karosserie, an einer Querstrebe im Kofferau befestigt werden.

Nachdem ich gern unterwegs mit dem Handy navigiere, habe ich nachträglich eine USB-Ladebuchse unterm Armaturenbrett versteckt. Dazu hat das Auto nun auch eine Sicherungsdose bekommen, die bisher aber nur für die Ladebuchse verwendet wird.

Januar 2019

In 2019 soll das Auto nun auch bei Rundfahrten zum Einsatz kommen. Eine der wichtigsten Vorbereitung dafür ist der Einbau der neuen Cobra-Sitze und Gurte.

Hier ist schon mal der Fahrersitz zu sehen, zwischenzeitlich sind die Gurte auf beiden Seiten eingebaut. Rechts und links vom jeweiligen Sitz sind die Gurtlaschen über Harken und Ösen an den Rahmenauslegern geschraubt, die wohl mal in Vorbereitung auf einen Überrollbügel ins Auto kamen. Die obere Befestigung geht in den Kofferraum. Dort ist das Gurtende um ein Querrohr geschlungen. Dies sollte insgesamt eine solide Befestigung sein. Einer der Vorbesitzer hat es nur mit Unterlegplatten unter der GFK-Haut versucht, was nach meiner Meinung nicht ausreichend ist.

Die Überhänge der Gurte im Schulterbereich sind ziemlich lang, lassen sich aber noch festziehen. Hätte ich den oberen Gurt noch weiter nach hinten versetzt, wären zwei Gurtdurchführungen pro Sitz nötig gewesen. Für die Abdeckung der Durchführungen habe ich schwarze, ovale Plastikabdeckungen genommen, die ansonsten als ovale Rohrkappen verwendet werden, z.B. bei Tisch- oder Stuhlbeinen.

 

Nach einem schönen Tagesausflug zur Klassikstadt nach Frankfurt, bin ich leider mit dem Auspuff bei der Einfahrt zur Scheune hängen geblieben. Der komplette Auspuff hinter dem Hosenrohr riss dabei ab. Zum Glück ist dieses komplett verschweißte Hauptteil des Auspuffs ohne Beschädigung geblieben. Handlungsbedarf bestand aber bei dem Hosenrohr, welche nur lose im restlichen Auspuff steckte und insgesamt ziemlich rostig war (der Restauspuff ist aus Edelstahl). Um die Reste vom Hosenrohr zu entfernen, musste der Krümmer ab, da die Flanschschrauben komplett verrostet waren und abbrachen.

 

Wie links zu sehen, steckten nun die Reste der Schrauben im Krümmer. Beim Ausbohren bracht dann auch noch der Ausdreher in einem Loch ab, sodass erst eine Funkenerodiermaschine in einem Metallbaubetrieb das 3. Flanschloch im Krümmer frei bekommen hat. Den Krümmer habe ich Alu beschichten lassen und anschließend kam noch silberner Auspufflack drauf. Zusammen mit dem lackierten Ansaugverteiler, gibt dies nun eine schöne Optik auf der Vergaser- und Auspuffseite vom Motor. Das neue Hosenrohr habe ich aus einzelnen Edelstahl-Universal-Auspuff Stücken zusammengesetzt. Dabei musste ich einen Bogen noch nachbestellen, um die richtige Krümmung zu erreichen, die in der selben Flucht wie der Hauptauspuff landete. Anschließend kam dann noch Auspuffband dran. Diese ganze Aktion hat das Fahrzeug leider ca. 4 Wochen außer Betrieb gesetzt.

 

Ein weiterer Ausflug endete auf dem Abschlepper mit kompletten Stromausfall. Nach einem Hinweis im Internet vermutete ich einen Defekt in der Lima, da ich vorher den Keilriemen neu gespannt hatte, was die alten Lucas-Limas wohl nicht gut vertragen. Wie man rechts sieht, handelt es sich hier noch um die frühe Ausführung, bei der Lucas nur ein Kugellager auf der Antriebsseite spendiert hat und auf der Kollektorseite nur eine Gleitbuchse zum Einsatz kommt. Nach dem Zerlegen erwies sich die Lima aber in gutem Zustand und konnte wieder eingebaut werden. Allerdings musste ich vorher einen neuen unteren Lima-Halter bauen, da der originale gebrochen war.

 

Nach langem Suchen fand ich dann tatsächlich zwei Hauptsicherungen von denen eine defekt war. Bisher nahm ich an, dass keine Sicherungen verbaut sind. Nach Einbau einer neuen 35A-Sicherung funktioniert nun wieder alles, auch wenn der Grund für die defekte Sicherung weiter unklar ist. Nach einem schönen Oktoberausflug über ca. 200km, ist die Saison für den Fairthorpe nun beendet. Zwischenzeitlich habe ich einen Kompressionstest gemacht, um der Ursache für die schwächelnde Leistung des Motors auf die Spur zu kommen. Soll-Wert sind 128psi. Gemessen habe ich in 3 Zylindern 120 und im Zylinder 2 nur 100psi. Für die Winterpause stehen nun das Einstellen des Ventilspiels, der Wechsel der Bremsflüssigkeit und zu Saisonbeginn ein Ölwechsel an.

 

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